Berufsprüfungsnews

Professional Bachelor: Mehr Sichtbarkeit für die Höhere Berufsbildung 🎓


Ab dem 1. Oktober 2026 erhält die Höhere Berufsbildung in der Schweiz mehr internationale Sichtbarkeit: Absolventinnen und Absolventen einer eidgenössischen Berufsprüfung dürfen künftig den Titelzusatz «Professional Bachelor» führen. Für Technische Kaufleute ist dies ein besonders bedeutender Schritt – denn ihr Abschluss ist bereits heute im Nationalen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 und damit auf Bachelor-Niveau eingestuft.

Ein eidgenössischer Fachausweis steht in der Schweiz seit Jahrzehnten für eine anspruchsvolle, praxisorientierte Qualifikation. International war diese Stärke bisher jedoch schwierig zu vermitteln. Begriffe wie «eidgenössischer Fachausweis» sind ausserhalb der Schweiz wenig bekannt und lassen sich in internationalen HR-Systemen oftmals nur schwer einordnen.

Genau hier setzt die Revision des Berufsbildungsgesetzes an, die am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt.
Sie führt die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» ein und macht damit international verständlicher, auf welchem Bildungsniveau die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung angesiedelt sind.

Wichtig dabei: Die Reform verändert weder Inhalt noch Dauer oder Anforderungen der Abschlüsse.
Sie gibt ihnen vielmehr eine Bezeichnung, die ihre Position auf der Tertiärstufe auch international besser sichtbar macht.

🎓 Wer darf den «Professional Bachelor» führen?
Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen Personen mit einer eidgenössischen Berufsprüfung und entsprechendem Fachausweis sowie Absolventinnen und Absolventen einer Höheren Fachschule den Titelzusatz «Professional Bachelor» führen. Bei einer Höheren Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom lautet der entsprechende Zusatz «Professional Master».

Der neue Zusatz ersetzt den bestehenden geschützten Titel nicht, sondern wird mit diesem kombiniert.
Für Technische Kaufleute lautet die korrekte Titelführung beispielsweise:

«Technische Kauffrau mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor»

Besonders erfreulich für unsere Absolventinnen und Absolventen: Die Regelung gilt rückwirkend und unabhängig vom Abschlussjahr.
Wer die Berufsprüfung Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann bereits vor 2026 erfolgreich abgeschlossen hat, darf den neuen Titelzusatz ab dem 1. Oktober ebenfalls führen.

Dafür ist weder eine neue Ausbildung noch eine zusätzliche Prüfung notwendig. Für bestehende Abschlüsse werden keine neuen Fachausweise ausgestellt. Wer beispielsweise für eine Bewerbung im Ausland eine zusätzliche schriftliche Bestätigung benötigt, soll diese voraussichtlich über ein Diploma Supplement erhalten können.

📊 Technische Kaufleute bereits heute auf NQR-Stufe 6
Gerade für die Technischen Kaufleute ist der neue Titelzusatz von besonderer Bedeutung.
Die eidgenössische Berufsprüfung Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann ist im Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung (NQR) auf Stufe 6 eingestuft.

Der NQR umfasst acht Stufen und macht Schweizer Berufsbildungsabschlüsse anhand der erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten sowie des Grades an Verantwortung und Selbstständigkeit vergleichbar. Auch Bachelorabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten sind auf Stufe 6 eingeordnet.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zentral: gleichwertig bedeutet nicht gleichartig. Die Bildungswege unterscheiden sich, das erreichte Kompetenzniveau ist jedoch vergleichbar.

Die Einstufung der Technischen Kaufleute auf NQR-Stufe 6 ist zudem keineswegs selbstverständlich. Eidgenössische Berufsprüfungen können auf unterschiedlichen NQR-Stufen eingestuft sein. Die Technischen Kaufleute befinden sich mit Stufe 6 am oberen Ende dieser Bandbreite.

🌍 Mehr Verständlichkeit im In- und Ausland
In der Schweiz ist der eidgenössische Fachausweis Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann seit Langem etabliert und bei Arbeitgebern anerkannt. Der neue Titelzusatz schafft insbesondere dort zusätzlichen Nutzen, wo Unternehmen mit internationalen Stellenprofilen und HR-Strukturen arbeiten.

Noch deutlicher dürfte der Vorteil bei Bewerbungen und beruflichen Tätigkeiten im Ausland werden. Während ein «eidgenössischer Fachausweis» beispielsweise in Deutschland, Grossbritannien oder Asien erklärungsbedürftig ist, lässt sich der Begriff «Professional Bachelor» wesentlich schneller der Tertiärstufe und dem entsprechenden Qualifikationsniveau zuordnen.

Damit kann der neue Titelzusatz auch bei internationalen Bewerbungen, Projekten, Entsendungen oder in global tätigen Unternehmen helfen, die Qualifikation von Schweizer Fachkräften verständlicher darzustellen.

💼 Praxisnähe als besondere Stärke
Der «Professional Bachelor» macht jedoch nicht nur das formale Niveau sichtbar. Die Höhere Berufsbildung steht für einen Bildungsweg, der eng mit der beruflichen Praxis verbunden ist.

Wer zur eidgenössischen Berufsprüfung Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann zugelassen wird, bringt bereits Berufserfahrung mit. Die Vorbereitung auf die Berufsprüfung erfolgt zudem weitgehend berufsbegleitend. Die Absolventinnen und Absolventen verbinden damit theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung und stellen über längere Zeit Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Durchhaltevermögen unter Beweis.

Hinzu kommt die anspruchsvolle eidgenössische Berufsprüfung selbst: Innerhalb weniger intensiver Prüfungstage müssen Wissen und Kompetenzen abgerufen, verknüpft und unter Zeitdruck angewendet werden.

Gerade diese Verbindung von fachlicher Qualifikation auf NQR-Stufe 6, Berufserfahrung und ausgeprägter Praxisorientierung macht Technische Kaufleute für den Arbeitsmarkt besonders interessant.

🚀 Ein wichtiger Schritt für die Höhere Berufsbildung
Der neue Titel macht aus einem eidgenössischen Fachausweis keinen akademischen Abschluss – und genau das ist auch nicht das Ziel.
Die beiden Bildungswege behalten ihre unterschiedlichen Profile.

Der «Professional Bachelor» sorgt vielmehr dafür, dass die Qualität und das Niveau der Höheren Berufsbildung künftig einfacher verstanden werden – insbesondere über die Landesgrenzen hinaus.

Für Technische Kaufleute kommt dabei beides zusammen: der international verständliche Titelzusatz «Professional Bachelor» und die bereits bestehende Einstufung auf NQR-Stufe 6.

Damit erhält ein anspruchsvoller und stark praxisorientierter Abschluss ab dem 1. Oktober 2026 jene zusätzliche Sichtbarkeit, die seiner Bedeutung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt schon lange entspricht.